Im Würgegriff der Staatssicherheit

Dreitägiges Fortbildungsseminar 2013

Xing-hu Kuo: Siebeneinhalb Jahre Haft in Bautzen. Unter strenger Isolation erpresste falsche Geständnisse, Kontaktsperre, unverhohlener Rassismus, Folter. Als Student kommt der Sohn einer chinesischen Familie nach Leipzig und wird täglich mit den Schattenseiten des Realsozialismus konfrontiert. Der junge Journalist Kuo kritisiert den Sozialismus öffentlich und verhilft DDR-Bürgern zur Republikflucht. Im Januar 1965 wird er am Checkpoint Charlie verhaftet. Nur durch heimliche Gespräche mit einem westdeutschen Mithäftling wird man in der BRD auf seine Lage aufmerksam und kauft ihn schließlich frei.

Vojen Syrovátka: Sohn eines Widerstandskämpfers im Zweiten Weltkrieg, der auch nach der kommunistischen Machtübernahme seinen Idealen treu bleibt und 14 Jahre politische Haft in Gefängnissen und Arbeitslagern der CSSR erdulden musste. Nach der Verhaftung 1949 droht ihm die Todesstrafe. Die Familie des Häftlings wird diskriminiert. Die Mutter arbeitet unter schwierigsten Bedingungen, den Kindern sind fast alle Bildungswege verschlossen, so auch Vojen Syrovátka. Er wird durch den Prager Frühling politisiert, unterschreibt die Charta 77 – und gerät seinerseits ins Visier der Staatssicherheit. 1989 engagiert er sich für das Bürgerforum.

"Spurensuche - die Arbeitsweise"

Zwei Schicksale, denen wir begegneten. Zwei Personen, die uns viel über den Einfluss von Geschichte und Politik auf die eigene Biografie erzählen konnten. Die Spurensuche führte in ehemalige Gefängnisse, gab Einblick in den Umgang mit Stasi-Akten auf deutscher und tschechischer Seite und beinhaltete Zeitzeugenbegegnungen mit Vojen Syrovatka und Xing-hu Kuo. Ein thematischer Stadtrundgang in Dresden rundete das Programm ab.

Zielgruppe: Lehrkräfte, Sozial- und Museumspädagog/innen, Bildungsreferent/innen sowie Studierende und Interessierte.

Seminarsprachen: Tschechisch und Deutsch (mit Dolmetscher/in).

Kooperationspartner: Post Bellum, Prag

Finanziell unterstützt wurde das Seminar durch die Bundeszentrale für politische Bildung und den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.